Die meisten B2B-Vertriebsleiter, mit denen ich spreche, haben ein CRM. Ein gutes. HubSpot, Salesforce, Pipedrive, Dynamics – welches System, spielt keine Rolle. Sie haben viel Zeit in Einrichtung, Schulung und Akzeptanz investiert. Und trotzdem können sie die Fragen, die tatsächlich Entscheidungen bestimmen, nicht beantworten.
Wie viel Umsatz wird dieses Quartal bringen? Ist die Quote angesichts der aktuellen Teamgröße und Kapazität realistisch? Was passiert, wenn die beiden größten Deals in der Pipeline ins nächste Quartal rutschen?
Das CRM kann diese Fragen nicht beantworten – jedenfalls nicht ohne erheblichen manuellen Aufwand. Und genau in diesem manuellen Aufwand liegen die versteckten Kosten.
Wofür CRMs entwickelt wurden – und wofür nicht
CRMs sind Datenbanksysteme für Kundenkontakte und die Nachverfolgung von Verkaufschancen. Sie beantworten: Wer hat mit wem gesprochen, wann, worüber und wie geht es weiter? Das erledigen sie gut. Das ist ihr Zweck.
Vertriebsplanung stellt eine andere Reihe von Fragen. Wie groß ist die Lücke zwischen der aktuellen Pipeline und dem Quartalsziel? Ist die gemeinsame Quote des Teams angesichts von Verfügbarkeit und historischen Abschlussquoten erreichbar? Was bedeutet es für den Forecast, wenn zwei Reps im dritten Quartal abwesend sind?
CRMs dienen der Dokumentation. Für Planung braucht es eine Ebene, die auf diesen Daten aufsetzt und daraus die Zukunft ableitet. Diese Ebene gibt es in einem gewöhnlichen CRM nicht.
Die Excel-Brücke – und warum sie scheitert
Wenn das CRM die Planungsfragen nicht beantworten kann, bauen die meisten Teams eine Brücke: Daten exportieren, manuell bereinigen, Annahmen ergänzen und in einer Tabelle einen Forecast erstellen. Dann wird die Datei verteilt, Aktualisierungen werden eingesammelt und in der folgenden Woche alles wieder zusammengeführt.
So entsteht eine Zahl. Aber keine verlässliche.
Jeder Export erzeugt einen Datenstand, der bereits veraltet ist, sobald die Aufbereitung abgeschlossen ist. Drei Personen, die mit drei Versionen desselben Forecasts arbeiten, erzeugen drei unterschiedliche Summen – und niemand weiß sicher, welche die aktuelle Pipeline abbildet. Historische Trends verschwinden, sobald jemand eine Zelle überschreibt. Neue Reps brauchen Wochen, um die Logik der Tabelle zu verstehen, bevor sie überhaupt sinnvoll zum Prozess beitragen können.
Das Ergebnis: Ein Forecast, der jede Woche viele Stunden Managementzeit kostet und bei seiner Präsentation trotzdem kein Vertrauen im Raum schafft.
Was diese Lücke tatsächlich kostet
Machen wir die Kosten greifbar. Ein typisches B2B-IT-Unternehmen mit zehn Vertriebsmitarbeitern verbringt ungefähr drei bis fünf Stunden pro Woche mit der Konsolidierung des Forecasts – verteilt auf die Vertriebsleitung und das Team. Das sind jeden Monat 12 bis 20 Stunden.
Bei vollständig kalkulierten Kosten von 80 € pro Stunde entspricht das einem Prozessaufwand von 960 bis 1.600 € pro Monat – noch bevor wir verzögerte Entscheidungen einrechnen, weil dem Forecast niemand vertraut, oder verpasste Chancen, weil niemand sicher sagen konnte, ob die Pipeline das Ziel tatsächlich trägt.
Das ist der sichtbare Teil der Kosten. Der unsichtbare Teil ist strategisch: Wenn die Geschäftsleitung die Pipeline nicht in Echtzeit klar sehen kann, kann sie auf Lücken nicht früh genug reagieren.
Eine Planungsebene – kein Ersatz
Die Formulierung, die ich bei Kunden verwende, ist einfach: Ihr CRM braucht eine Planungsebene darüber. Keinen Ersatz – eine zusätzliche Ebene. Das CRM bleibt genau dort, wo es ist: Es erfasst Deals und dokumentiert die Kommunikation. Die Planungsebene setzt darauf auf, verbindet Umsatzziele mit individuellen Quoten, verknüpft Quoten mit der tatsächlichen Kapazität der Reps und erzeugt eine Echtzeit-Umsatzprognose, die sich mit der Pipeline aktualisiert – ohne dass jemand dafür eine Tabelle neu aufbauen muss.
Wo IT-Unternehmen und MSPs die Lücke besonders spüren
Für IT-Dienstleister und Managed-Service-Provider hat die CRM-Lücke eine zusätzliche Dimension: die Lieferkapazität. Wenn ein Deal gewonnen wird, muss ein Implementierungsteam ihn umsetzen. Berücksichtigt die Vertriebsplanung nicht, wie viele neue Projekte die Delivery-Organisation aufnehmen kann, führt ein starkes Vertriebsquartal im Folgequartal zu einer operativen Krise. Der Planungsansatz, den MSPs und IT-Unternehmen mit Sales Planner nutzen, verbindet Umsatzziele direkt mit der Lieferkapazität – damit der Forecast nicht nur zeigt, was verkauft werden kann, sondern auch, was tatsächlich geliefert werden kann.
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